Göttersalon

 

Auftraggeber der Göttertapeten von 1725 für Schloss Reichenbach war Beat Fischer, Herr zu Gümligen, Enkel des Postgründers und Vetter von Viktor, dem Erbauer des Oberrieds

(Porträt im Göttersalon).

 

Die Herkunft der Tapete dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit im Umfeld des Ateliers von Audran in Paris liegen.

 

Dargestellt sind die sieben Wochentage, allegorisch aufgefasst als Göttergestalten aus der antiken Mythologie, jeweils bekrönt von einem Baldachin, ergänzt mit ihren Attributen, darüber die Planetensymbole und die zwölf Tierkreiszeichen. Die Tapeten folgen nicht der Reihe der Wochentage; sie werden unten im Uhrzeigersinn beschrieben, so wie sie eingebaut sind und im Schloss Reichenbach eingebaut waren.   

 

 

Donnerstag – Jupiter / Zeus

Röm. oberster Gott, gleichgesetzt mit dem griechischen Göttervater Zeus. Er wird auch als Lichtbringer oder Jupiter tonans (Donnergott) oder Jupiter fulgur (mit Blitzen) dargestellt. Ausgestattet mit Szepter und Goldkrone als Herrschersymbol; zu seinen Füssen der «kaiserliche» Adler und ein Bündel Blitze (Jupiter fulgur). 

 

Montag – Luna / Artemis

Mondgöttin, verwandt mit dem griech. Artemiskult, Göttin der Jagd, des Waldes, der Geburt und des Mondes. Attribute: Bogen, Hirsch (Rehbock).

 

Dienstag – Mars / Ares

Römischer Kriegsgott. Attribute: Panzer, Speer; später mit dem griechischen Kriegsgott Ares gleichgesetzt; neben Jupiter der wichtigste röm. Gott; sogar die Drolerien sind kriegerisch aufgefasst (Kampfhähne seitlich der Götterfigur)

 

Mittwoch – Merkur / Hermes

Römischer Gott des Handels. Sein Name geht auf das lateinische Wort merx, Ware, zurück. Mit dem griech. Gott und Götterboten Hermes gleichgesetzt. Er galt nicht allein als der «Götterbote», er war auch der Gott der Händler und Diebe. Attribute: geflügelter Helm und Merkurstab; Drolerie seitlich: diebische Elster mit Goldmünze im Schnabel .

 

Sonntag – Apoll (Apollon musagetes)

In der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs. Als Beschützer der Künste stand der den neuen Musen vor. Attribut: androgyne Darstellung des Musengottes mit der Leier (cf. Ballett Apollon Musagète von Strawinsky).

 

Freitag – Venus

Röm. Göttin der Liebe, des erotischen Begehrens und der Schönheit, der griech. Aphrodite gleichgesetzt. Dargestellt als die Schaumgeborene (Geburt der Venus von Botticelli nimmt Bezug auf die Geburt von Aphrodite: sie war die Tochter des Uranos. Dessen Sohn Kronos, Vater des Zeus, schnitt ihm, auf Rat seiner Mutter Gaia, die Geschlechtsteile mit einem Sichelhieb ab und „warf diese hinter sich“ ins Meer. Das Blut und der Samen vermischten sich mit dem Meer, welches ringsum aufschäumte und daraus Aphrodite gebar).

 

Samstag – Saturn

Saturn ist der Vater Jupiters, griech. gleichgesetzt mit Kronos (Gott der Zeit). Saturn war vor allem der Gott des Ackerbaus und galt als Symbol des mythischen Goldenen Zeitalters, der Saturnia regna. Attribut: Erntewerkzeug.

Deckenleuchter um 1830

Konsole und Vase

 

Konsole Louis XV mit Oberhasli-Marmorplatte um 1750

Urnenvase, Delft 19. Jhdt.

Kommode um 1750/55 von Matthäus Funk

 

Nussbaum und Nussbaum-Maser, Felder mit Federfries, Blatt aus Oberhasli-Marmor.

(Hermann v. Fischer, Fonck à Berne, S. 99, Nr. 160)

Grosser Fauteuil, Régence, fürstbischöflicher Hof Pruntrut

Eisengitter, 18. Jhdt., von Schloss Reichenbach

Barock-Kassette

Miniatur Lisette

Rose Elisabeth (Lisette), née Fischer d'Oberried (1767-1835)

Tochter des Gottlieb Fischer (Porträt im Saal) und der Catharina Fischer geb. Mutach (1741- 1793), 2. Ehe,

verheiratet 1786 mit Oberst Carl Ludwig Stettler und nach dessen Tod 1798

mit Generalmajor Franz Friedrich von Wattenwyl vom Murifeld.


 

 

 

Kontakt: Rudolf v. Fischer 

079 399 22 44